Seit Jahrhunderten erzählt man sich diese Legende.
Es geht um Ereignisse vor langer Zeit, als von einem Campingplatz noch längst nicht die Rede war...

Diese Legende rankt sich um Andries Kempe. Er lebte am Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts und wohnte da, wo nun der Campingplatz ‘De Kempe’ ist. Er hatte Familie, besass Felder, sein Herz aber gehörte dem Schmuggel... das war viel aufregender, und dabei gab es auch mehr zu verdienen. Andries war der Anführer einer Gruppe von 6 Männern, die alle aus den Dörfern ringsum kamen.
Die Schmuggelware stammte von englischen Schiffen, die zum ‚Brouwersgat’ (Nordsee) fuhren und bestand aus Zucker, Kaffee und Indigo. In den Dünen hatte Andries Höhlen gegraben, und wenn er es für günstig hielt, brachte er nachts, zusammen mit seinen Kameraden, die Waren nach Zierikzee. Das ging mit Flachbooten (platbodemboten), weil es damals auf Schouwen keine befestigten Strassen, wohl aber breite Kanäle gab. Auch waren, v.a. im Herbst und im Winter, Teile der Insel überschwemmt, wodurch das Fahren bei Nacht schwieriger war.
Nicht allein die Natur bereitete den Schmugglern Probleme...es war zur Zeit Napoleon’s, und französisches Militär war auf Schouwen stationiert. Unter den Einheimischen hatten die Franzosen ihre Leute, die sie mit Informationen versorgten. Das hiess, die Schmuggler mussten gut aufpassen, wem sie was erzählten.

Französische Zöllner logierten in jedem Dorf bei den Bewohnern, d.h., jetzt konnte man noch weniger offen sprechen. Zu gross war das Risiko, festgenommen zu werden. Ganz junge Männer wurden nach Russland geschickt, um in vorderster Linie zu kämpfen, und der Schmuggel war für Andries noch schwieriger geworden. Nicht nur war Schmuggelware schwerer zu ergattern und zu transportieren, ohne dass man gefasst wurde! Nein, inzwischen waren diese sogenannten ‚Luxusartikel’ für die Einwohner unbezahlbar geworden. Auch machten sie sich verdächtig, wenn sie solche Waren gebrauchten.
Die Zöllner merkten bald, dass Andries schmuggelte, doch bekamen sie ihn nicht so schnell zu fassen. Im Gegenteil! Er hielt sie mehrmals zum Narren! Einmal aber wurde er doch erwischt, und Andries musste in höchster Not die Insel verlassen. Sonst wäre er am Strick gelandet!
Er konnte nach Numansdorp flüchten und erfuhr dann schnell von Gerüchten, dass es nicht gut um Napoleeon stand. Das bedeutete für Andries, schon recht bald wieder zu Hause und bei seiner Frau zu sein. Für ihn war das also eine gute Nachricht! Andererseits wusste man aber von vielen Schouwener Jungs nicht, wie es ihnen (in Russland) erging!
Recht bald hörte Andries jedoch, dass in Amsterdam die Umwälzung begonnen hatte. Die Franzosen wurden von dort verjagt, und man versuchte, Prinz Willem von Oranien ins Land zu holen. Den Haag folgte, und die Franzosen verliessen auch Numansdorp.
Andries war nicht mehr zu halten, er musste sofort nach Schouwen zurück. Er kam jedoch zunächst nur bis Zierikzee, alles andere wäre zu gefährlich gewesen. Nach einigen Wochen aber war auch Schouwen-Duiveland von den Franzosen befreit. Es gab ein grosses Fest, und Andries konnte endlich heimfahren!

Insgesamt war Andries eine umstrittene Person.
Es wurde sogar ein Jungenbuch über ihn verfasst.
Das Buch hiess ‚Der Schmuggler von Schouwen’ und stammt von D.A. Poldermans.

 

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Schloss Moermond hat eine schöne, lange Buchenallee, und dort sass einmal ein Bauer auf seiner Schubkarre und grübelte über seine schwierige Lage. Alles ging schief, und nichts wollte ihm gelingen.
Da kommt ein Fremder vorbei und fragt ihn, warum er so sorgenvoll da sitzt, und der Bauer erzählt ihm von seinen Problemen.
So sprechen sie eine Weile über dies und das, und schliesslich sagt der Mann, er könne dem Bauern helfen. Es scheint aber der Teufel zu sein.
Allein, dem Bauern geht es so schlecht, dass ihm alles egal ist, und er geht auf das Angebot ein. Der Teufel sorgt dafür, dass nun alles gelingt, spricht aber mit dem Bauern folgendes ab: sobald das letzte Blatt von den Buchen der Allee gefallen ist, hört seine Hilfe auf, und er wird den Bauern zu sich holen.

Und wirklich, nun läuft alles wie am Schnürchen, doch im Herbst will der Teufel den armen Mann mitnehmen!
Der Bauer beteuert, dass das letzte Blatt noch nicht gefallen sei, und der Teufel zieht wieder ab. So geht es noch einige Male, bis der Bauer das Schlimmste befürchtet. Schliesslich fallen die Blätter nun fortwährend, und die Bäume sind beinah kahl.
Er beschliesst, die Hl. Maria um Hilfe zu bitten, und er beichtet ihr alles.
Natürlich ist die heilige Frau davon nicht begeistert, doch weil der Bauer nie zuvor Ähnliches getan hat, beschliesst sie, ihm zu helfen und schickt ihn beruhigt nach Hause.

Nun ist es vor allem bei jungen Birken so, dass sie die letzten Blätter erst im Frühjahr abwerfen.
Im Herbst und im Winter kommt der Teufel regelmässig vorbei, um den Bauern abzuholen, doch stets kann der auf noch hängende Blätter verweisen.
Im Frühling ist dann wirklich das letzte Blatt gefallen, und der Teufel will den Handel zu Ende bringen!
Der Bauer aber weist auf all die jungen Blättchen, die inzwischen an den Bäumen spriessen und wiederholt die Vereinbarung, dass er erst mitgehe, wenn das letzte Buchenblatt gefallen sei!
So schickt er den Teufel weg, und das Glück bleibt ihm weiterhin hold!

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